Amicus übernimmt Hundedaten von ANIS

Bisher war es für Hundehalter relativ einfach, beim Tierarzt wurde das Tier untersucht, es bekam ein Chip, dessen Daten in der Registrierstelle ANIS (Animal Identity Service SA) hinterlegt wurden, auf der Gemeinde meldete man sich als Hundehalter an.

Neben den Kosten für den Tierarzt, dem Chip und der Hundesteuer, gab es dann ab und an weitere kleine Rechnungen als Überraschung.

ANIS selber nennt sich Non – Profit Organisation

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Bisher konnte man sich hier 24 Stunden am Tag informieren. Die Daten selber waren in einem europäischen Netz verbunden. Wir (3 Hundehalter) hatten nie Probleme mit der ANIS.

Dies ist ab dem 4.1.2016 nicht mehr so.

Die Datenbank für Hunde und deren Halter wurde von ANIS in die neue Datenbank für Tiere AMICUS transferiert (hübscher Name Amicus = Freunde). Welche Daten genau, weiss der Bürger wohl nicht, zumindest wurde er nicht gefragt.

Auch hier findet man eigentlich nichts mehr als vorher. Die gemeldeten Daten von einem Chip der zu einem Tier (Hund) und dessen Halter führt. Neu etwas persönlicher mit der Möglichkeit die Natel-Nummer / E-Mail des Besitzers zu hinterlegen, was wohl eine sinnvolle Option ist/wäre.  Gewartet, gepflegt und verwaltet wird diese Datenbank von der Identitas AG, einer AG mit einem Mehrheitsaktionär, dem Bund. Bauern werden aufhorchen, ja hier kommen die Ohrmarken für ihre Tiere her und dies seit 1999.

Nun müssen Hunde noch keine Ohrmarken tragen, der Chip wird  bis auf weiteres genügen. Aber und nun kommt wohl das grösste Problem, die Gemeinden haben Zugriff auf diese Daten. Bedeutet: neben dem Lesen der selben, auch schreiben und ändern und die Neuaufnahme von Erst-Hunde-Haltern.

Da bei ANIS ein grosses Durcheinander herrschte, war eine Änderung unabdingbar. Falsche Angaben, nicht immer nachgeführte Daten usw. waren Vorwürfe die man gegenüber der ANIS oft hörte. AMiCUS wird hier Änderungen bringen?? Zumindest wurde man im Oktober 2015 so informiert. Also weniger die Hundehalter aber die interessierten Bürger.  Also eigentlich nur die Tierschutzorganisation, und hier auch nicht alle, wie man hört. Aber lassen wir dass. Es wurde informiert.  Bei einer ganz kurzen Umfrage an der Birs wusste KEIN Hundehalter wer AMICUS ist, Mohrenköpfe war da die meistgenannte Antwort. ANIS kannte jeder. Nur 2 von 8 Personen wusste aber, dass man sich bei ANIS selber einloggen kann.

40’000 neue Hunde pro Jahr werden in der Schweiz registriert,  19’650 davon (2014) stammen aus dem Ausland. Der administrative Aufwand ist also nicht gerade als gering einzuschätzen. Die Pflichten des Hundehalter, vor allem wenn er/sie zum ersten Mal einen Hund „besitzt“ sind eigentlich gegeben. Nach Gesetz kann sich eine in der Schweiz lebende Person nicht damit wehren, sie habe von den Gesetzen und Weisungen nichts gewusst. Die Anmeldung von Junghunden innerhalb der ersten 3 Monaten ist ebenfalls ein Pflicht die viele Hundehalter vergessen.

Neue (nur neue) Hundehalter melden sich also in Zukunft zuerst bei der Gemeinde. Die Gemeinde eröffnet in der Datenbank die Personendaten des neuen Hundehalters und nur diese.

Nachdem der neue Hundebesitzer bei der Gemeinde war und mit der Registrierungsbestätigung seiner Daten, geht er zum Tierarzt. Dieser setzt dem Tier dann (wenn möglich) einen Chip und trägt diese Daten in der AMICUS Datenbank ein. Ist das Tier schon gechipt werden diese Daten eingetragen. Die Kosten für die Registrierung belaufen sich auf maximal 20 .-

Der Hundehalter kann seine Daten auf der Datenbank von AMICUS verfolgen. Änderungen wird er mit dem Tierarzt vornehmen können, der wiederum Kontakt mit dem Front Desk der Firma Identitas aufnimmt (lediglich Telefonnumer und E-Mail Adresse kann der Hundehalter selber editieren). Dies ist, so glauben wir, vorerst für Hunde, die ANIS selber. Zieht der Hundehalter in eine andere Gemeinde, wird die Gemeinde die Änderung an den Personendaten vornehmen. Erwähnt wird hier in einem Nebensatz: Auch der Tierarzt kann die Personendaten nach Kontaktaufnahme mit dem Front Desk eröffnen/ändern lassen.

Wer obiges liest und versteht, sieht die neuen Probleme.

Doch lassen wir dem neuen System etwas Zeit, für uns macht der Wechsel keinen grossen Sinn. ANIS hätte mit bescheideneren Mitteln aktualisiert werden können. In Frage stellen könnte man hier die Übergabe der Daten der Hundehalter. Fraglich auch wie die Datensicherheit gehandhabt wird. Sind doch Personendaten verknüpft mit Tier- sowie privaten Angaben wie Telefon und E-Mail abzurufen.

Edit 15.1.2016 Im Augenblick scheint bei der Stelle ein enormer Anfrage-Status zu herrschen den sämtliche Register auf der Homepage zeigen den gleichen Inhalt.

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Informativ:

Aus dem Verwaltungsrat und den Aktionären der ANIS sucht man bei Identitas vergebens

  • Schweizerische Kynologische Gesellschaft SKG
  • Schweizer Tierschutz STS
  • Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin  SVK

lediglich die

  • Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte GST

ist auch hier anzutreffen.

Bei Identitas werkelt, wie bei Firmen die mehrheitlich vom Bund getragen üblich, ein enormer personeller Bestand. Über 70 Mitarbeiter arbeiten hier und 18 davon im IT/Datenbank – Management. Diese Daten sind aus dem Jahre 2014, also kann man davon ausgehen, dass noch aufgestockt wurde. Die ANIS wird, wenn wie beschrieben als Front Desk benutzt, ihre Dienst auch nicht gratis anbieten.

Der ANIS AG wurde 20014 die Möglichkeit gegeben, mit einer APP den Haus-Tierhaltern Informationen zu liefern, mit der Option einer bildunterstützen Vermisstmeldung.

Mehr Information hier >>>

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