Selbstmord auf den Gleisen..

Wer viel mit SBB und Co. unterwegs ist, hört es oft, „Der IC von Zürich hat ca. 15 Minuten Verspätung. Grund der Verspätung – Personenschaden“.

180 Menschen haben sich 2014 vor den Zug geworfen, gelegt oder wie auch immer, ihrem Leben ein Ende gesetzt. 90 Personen haben es dazu versucht, konnten abgehalten werden oder erlitten „lediglich“ schwere Verletzungen.

Gemessen an den rund 40 bis 60 Menschen (je nach Quelle) die sich in der kleinen Schweiz pro Tag, das leben nehmen wollen und 4 Personen denen dies auch „glückt“, sicherlich ein kleiner Teil dieser sehr traurigen Geschichte. Das BAg schreibt hier dazu „Wenn Suizide im öffentlichen Raum stattfinden, zum Beispiel bei einem Sprung in die Tiefe oder vor den Zug, kann es zudem zur Traumatisierung von Drittpersonen kommen.“ und „oft sind bei einem Selbstmord/Selbstmordversuch 5 bis 6 Personen direkt involviert oder betroffen“

Im_Namen_Des_Glaubens_2015Alleine der Gedanke dran, mag uns erschauern. Was muss passiert sein, damit ein Leben keinen Wert mehr hat. Verlorene Liebe, Geld, Eifersucht, Job, Krankheit, Mobbing ? Was bringt einen Menschen dazu, sein Leben so zu beenden. Alleine der Weg zu den Gleisen, muss fürchterlich sein. Es ist ein geplanter Suizid, irgend etwas muss derart Schmerzen, dass dieser 100% sicher geglaubte Weg zum Tode, gewählt wurde. Das dieser aber gar nicht 100% ist, zeigen andere Zahlen.

Es sind Schüler und Lehrer, Maurer und Geschäftsführer, Männer (60%) und auch Frauen (40%). Seht oft aber sind es junge Menschen die diesen Weg wählen, die soziale Bindung ist hier noch nicht so gestärkt, kein helfendes, intaktes Umfeld, vermeintlich alleine gelassen.

Auch in unserer Familie gab es einen solchen Vorfall, auch wenn schon Jahre her. Nach der Diagnose und der Besprechung im Kantonsspital Winterthur, küsste er seine Frau auf dem Bahnhof, sah ihr in die Augen und sagte leise „Ich habe Dich immer geliebt, verzeih mir“, drückte ihr das Portmonnaie in die Hand und sprang vor den einfahrend Zug.  Seine Frau, meiner Mutters Schwester, hat dies nie verkraftet und verstarb kurze Zeit darauf. Zurück blieben 3, zum Glück, Erwachsene Kinder.

Man sprach bei uns nicht darüber, das Thema wie es zum Tod gekommen ist, war tabu. Für mich, damals knapp 13 Jahre, war es ein unvorstellbarer Gedanke und dieser lies mich einige Jahre nicht mehr los. Wir wohnten damals an den Gleisen zum obigen Bahnhof. Und ich weiss nicht wie oft in dieser Zeit, ich den langsamer werdenden Zügen nach schaute mit dem Gedanken ob wohl wieder jemand vor eben diesen Zug springt. Immer wieder kamen mir „Schauergeschichten“ hoch, was wohl der Lokführer mit diesen Bildern vor Augen, durchlebt.

Doch was bringt Menschen dazu, diesen Weg zu gehen. Die BAZ hat sich dem Thema angenommen. Spricht dabei mit dem ehemaligen Chef der SBB Benedikt Weibel. Zeigt auf, dass fast jeder dritte Suizid – Versuch auf den Gleisen nicht „erfolgreich“ verlaufen sei. BAZ 16.6.2015

Weitere Links

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Kontext
Unerträgliche seelische Schmerzen – warum Menschen sich töten

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